Wenn Klimaanpassung und Stadtraum verschmelzen
Wenn es in Middelfart regnet, siehst du in der Altstadt das Regenwasser mitten auf der Straße fließen statt an den Seiten. So entsteht ein grünerer und üppigerer Stadtraum. Der Regen wird an der Oberfläche über Rinnen und Mulden geleitet und versickert vor Ort. Das entlastet die Kanalisation der Stadt.
Fällt der Regen in großen Mengen, wird das Wasser in den Lillebælt geleitet, ohne den alten Häusern zu schaden. In Middelfart hat man Architektur und Klimasicherung vereint und daraus einen Mehrwert geschaffen.
KlimaByen umfasst ein Gebiet von 450.000 m² im westlichen Stadtteil. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Middelfart, Middelfart Spildevand und Realdania und wurde 2019 fertiggestellt.
KlimaByen ist ein Beispiel dafür, wie innovative Klimaanpassungslösungen entwickelt werden können. Die Lösungen sind an die verschiedenen Stadtviertel angepasst, wo das Regenwasser zu einem sichtbaren urbanen Element wird.
Folge der Klimaroute an einem Regentag:
- Brogade bei der Sankt-Nicolai-Kirche
Hier sammelt sich das Wasser aus dem Stadtviertel, bevor es zum Brohovedet geleitet wird.
- Klimaanpassung im Bykvarteret
Im Bykvarteret wurde eine einfache Muldenform angelegt, durch die das Regenwasser geleitet werden kann, ähnlich wie in südeuropäischen Bergstädten. Die Mulde ist tief genug, um das Regenwasser zum Hafen und weiter in den Lillebælt zu leiten.
- Pflegeheim Skovgade
Hier wird das Regenwasser von Dachflächen, Parkplätzen und Einfahrten – insgesamt rund 6.000 m² – von der Mischwasserkanalisation abgekoppelt. So bleiben jährlich rund 3.700 m³ Regenwasser vor Ort und versickern, statt die öffentliche Kanalisation zu belasten.
- Karensvej
Im Skovkvarteret rund um die Karensvej wurden Regenbeete mit verstreuten Bäumen angelegt, sodass die Straße ein grünes Erscheinungsbild erhält, das an einen Waldboden erinnert. Die Regenbeete sammeln alltägliches Regenwasser, das dort ruhig versickert.
- Aktivitetsskoven (Aktivitätswald)
Hier wird Klimaanpassung mit Spiel, Bewegung, Sport und Lernen verbunden. Alltägliches Regenwasser versickert in Senken, während Überlauf weiter zu Langedam/Postens Rende und von dort in den Lillebælt geleitet wird. Mehrere Wasserwege treffen sich und vereinen sich zu einem größeren Bach sowie kleinen Seen.
- Egevej
Auf der schmalen Egevej wurden die Gehwege entfernt, sodass sich der gesamte Verkehr auf der Straße abspielt – die Gehwege wurden durch Regenbeete mit Eichen ersetzt.
- A. C. Hansens Allé
Wo die A. C. Hansens Allé auf den Vestre Kirkegård trifft, ist ein kleiner Platz rund um eine Treppe und ein Wasserbecken entstanden. Das Becken füllt sich mit Regenwasser, das kaskadenartig hineinfließt. Von dort wird das Wasser weiter zum Hafengelände geleitet.
- Vestre Kirkegård
Das Wasser aus dem Allékvarteret endet im Becken des Friedhofs.
- Sildemarken
Aus den Regenbeeten in diesem Viertel wird der Überlauf zum Vestre Kirkegård geleitet, wo ein Spiegelbecken angelegt wurde. Wenn es regnet, fließt das Regenwasser über eine Rinne durch den Vestre Kirkegård – und von dort über eine Wassertreppe hinunter zur Sildemarken und in den Lillebælt.
- Brohovedet bei der Havnegade
Hier endet das Wasser aus dem Stadtviertel. Ein großer Sandfang und ein Ölabscheider reinigen das Regenwasser, bevor es in den Lillebælt fließt.